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Wie gut wollen Sie hören? So hilft der Hörakustiker!

Frau beim Hörtest © Fördergemeinschaft Gutes Hören

Das Gehör ist eines unserer wichtigsten Tore zur Welt. Denn nicht nur Musik, Vogelgezwitscher oder Blätterrauschen nehmen wir über die Ohren wahr, sondern auch ein herannahendes Auto, ein Alarmsignal oder ganz einfach die Stimmen unserer Mitmenschen. Wer nicht mehr gut hört, fühlt sich deshalb schnell abgehängt und isoliert. Doch was viele nicht wissen: Nicht nur der Hörverlust an sich ist eine Beeinträchtigung der gesamten Lebensqualität, auch für das menschliche Gehirn spielt ein möglichst gutes Hören eine wichtige Rolle. Die Fördergemeinschaft Gutes Hören hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf genau diese Zusammenhänge hinzuweisen. Warum es so wichtig ist, einer Hörminderung frühzeitig entgegenzuwirken und was Sie dafür tun können, erfahren Sie im Folgenden.

Endlich wieder besser hören

Eine Situation, die sicher vielen bekannt vorkommt: Jemand spricht und nahezu jedes Wort ist an der Grenze zur Verständlichkeit. Kommen dann noch Hintergrundgeräusche dazu, entsteht ein akustisches Durcheinander. Das kann sehr anstrengend sein, muss es aber nicht.

Ein Besuch beim Hörakustiker und die Wahl eines passenden Hörgeräts kann Abhilfe schaffen und ist für Betroffene mit einer Hörminderung ein entscheidender Schritt hin zu mehr Lebensqualität. Das zeigt auch die EuroTrak-Studie aus dem Jahr 2018 zur Akzeptanz von Hörgeräten: 31 Prozent der Befragten sahen ihre Erwartungen an das Hörgerät als komplett erfüllt an, bei 51 Prozent wurden sie sogar übertroffen.

Als größte Vorteile nannten die Studienteilnehmer eine erleichterte Gesprächsführung und Teilnahme an Gruppenaktivitäten sowie ein größeres Sicherheitsgefühl im Straßenverkehr. Auch Angehörige und Bekannte der Teilnehmer konnten diese positive Einschätzung bestätigen.

Ein verbessertes Hören erleichtert das Miteinander auf ganz vielen Ebenen, sei es beruflich oder privat. Schon minimale Einschränkungen der Hörleistung können dagegen zahlreiche negative Folgen mit sich bringen. Diese können nicht nur den sozialen Bereich betreffen, sondern sich auch anhand konkreter körperlicher Symptome zeigen, die zum Teil auf den ersten Blick gar nicht mit dem Hören zusammenhängen. Aber wie bemerkt man eine Hörminderung und welche gesundheitlichen Auswirkungen bringt sie mit sich?

Welche Symptome treten bei einer Hörschädigung auf?

Hörschädigungen wie ein Tinnitus oder ein Hörsturz machen sich meist deutlich bemerkbar. Der Betroffene vernimmt ein Störgeräusch beziehungsweise bemerkt eine plötzliche Hörminderung.

Dagegen treten die Symptome der weit verbreiteten Innenohrschwerhörigkeit schleichend auf. Betroffene nehmen die Veränderungen selbst kaum wahr oder ergreifen – bewusst oder unbewusst – ausgleichende "Maßnahmen". So stellen sie den Fernseher immer lauter, reimen sich den Sinn nicht verstandener Gesprächsteile zusammen oder versuchen diesen durch wiederholtes Nachfragen zu klären. Auch eine vermeintlich undeutliche Aussprache oder Nebengeräusche werden als Erklärung für die Hörprobleme herangezogen. Schon leichte Defizite bei einzelnen Tonhöhen können das Sprachverstehen bereits beeinträchtigen und den störenden Einfluss von Nebengeräuschen verschlimmern.

Kostenloser Hörtest für zu Hause: das "hearPhone"

 

HearphoneDie Fördergemeinschaft Gutes Hören bietet mit dem "hearPhone" einen einfachen Schnell-Hörtester an. Das Gerät können Sie kostenlos auf der Webseite der Fördergemeinschaft Gutes Hören bestellen.

 

Dieser Hörtest ist denkbar einfach: Drücken Sie die Tasten und hören Sie zu. Können Sie die Töne nicht oder nur teilweise hören, empfiehlt sich ein Hörtest bei einem Hörakustiker.

Angehörigen kommt hier deshalb eine besondere Rolle zu: Wird die Schwerhörigkeit durch die Betroffenen verdrängt, sollten Angehörige auf die Problematik hinweisen. Dabei ist häufig Feingefühl gefragt, da sich viele betroffene Menschen die Hörminderung nicht eingestehen und auch nicht darüber sprechen mögen.

Dennoch sollten Angehörige nicht vor einem entsprechenden Hinweis zurückschrecken, denn eine möglichst frühzeitige Verbesserung der Hörfähigkeit kann nicht nur den Alltag erleichtern, sondern auch das psychische Wohlbefinden erhöhen und darüber hinaus einen wichtigen Einfluss auf die Gehirnfunktion haben.

Sie vermuten bei sich eine Hörminderung? Der wissenschaftlich erprobte, kostenlose Online-Hörtest der Fördergemeinschaft Gutes Hören gibt Ihnen erste Hinweise auf eine Hörminderung!

Graphik Symptome bei Hörproblemen

Wie ein gutes Hörvermögen die Allgemeingesundheit beeinflusst

Ein gutes Hörvermögen beeinflusst nicht nur die akustische Wahrnehmung, sondern betrifft auch viele weitere Bereiche der psychischen und physischen Gesundheit.

So führt ein vermindertes Hörvermögen häufig dazu, dass sich Betroffene aus dem sozialen Leben immer mehr zurückziehen oder sich in bestimmten Situationen "abgehängt" fühlen. Dies betrifft insbesondere Situationen, in denen viele Menschen am Gespräch beteiligt sind und so stärkere Hintergrundgeräusche vorherrschen, beispielsweise berufliche Meetings, Familienfeiern oder Vereinstreffen. Hörminderungen können darüber hinaus zu unangenehmen Situationen und Missverständnissen führen, was das harmonische Zusammenleben oder den beruflichen Erfolg beinträchtigen kann. Denn wer schlecht hört, gilt schnell als unhöflich, uninteressiert oder "schwer von Begriff".

Die ständig erforderliche erhöhte Höranstrengung und das dennoch häufige Nichtverstehen sorgen bei Betroffenen für Stress. Dies kann in der Folge Beschwerden wie Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen.

Eine Studie der Columbia University aus dem Jahr 2019 belegt zudem den Zusammenhang zwischen einem guten Hörvermögen und der Struktur und Funktion des Gehirns.1 In dessen Hörzentrum entschlüsseln miteinander vernetzte Nervenbahnen die akustischen Reize. Je höher die Anforderungen an diese Nervenbahnen sind, also je größer die Bandbreite an akustischen Signalen, desto besser funktionieren die Vernetzungen. Umgekehrt gehen diese Strukturen verloren, wenn nur wenige oder gleichförmige akustische Signale weitergeleitet werden. Die kognitive Leistungsfähigkeit nimmt ab.

Bei Untersuchungen an Mäusen konnte außerdem nachgewiesen werden, dass die Leistungsfähigkeit des Hippocampus, also des Teils des Gehirns, der für die Gedächtnisbildung zuständig ist, durch die verminderte Verarbeitung von Reizen abnimmt.2

Je häufiger für das Gehör anstrengende Situationen gemieden werden und je später eine Schwerhörigkeit durch unterstützende Maßnahmen ausgeglichen wird, desto schwerwiegender können die oben genannten Probleme werden. Doch was kann man tun, um eine beginnende Schwerhörigkeit möglichst frühzeitig zu erkennen und deren Folgen entgegenzuwirken?

Hörschädigungen früh erkennen – Hörakustiker als Experten

Je früher eine Schwerhörigkeit erkannt wird, desto besser, denn durch Gewöhnungseffekte kann gutes Hören quasi verlernt werden. Dadurch verschlechtert sich nicht nur unbemerkt das Hörvermögen, sondern auch die damit einhergehenden Begleiterscheinungen verschlimmern sich. Ab einem Alter von etwa 40 Jahren wird deshalb ein regelmäßiger Hörtest als Teil der Gesundheitsvorsorge empfohlen.

Dabei muss der erste Weg nicht immer direkt zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt führen. Auch ein Hörakustiker kann Ihnen dabei helfen, Ihr Hörvermögen zu testen und Ihnen bei einer Hörschädigung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Bei Verdacht auf eine zugrundeliegende Erkrankung, bei der die Hörminderung lediglich ein begleitendes Symptom ist, sollte jedoch immer ein Arzt aufgesucht werden.

Hörschädigung – was hilft?

Ab wann bei Schwerhörigkeit ein Hörgerät sinnvoll ist, wird durch den Hörakustiker festgestellt. Ein Termin beim Hörakustiker bedeutet aber nicht automatisch, dass Sie ein Hörgerät benötigen. Hörakustiker bieten als Experten für das Hören neben kostenlosen Hörtests auch individuelle Beratungsgespräche und Verhaltenstipps zur Hörvorsorge an.

Zunächst wird der Hörakustiker mit Ihnen einen Hörtest durchführen. Dieser ist notwendig, um sich ein objektives Bild von Ihrem Hörvermögen machen zu können – denn Hörminderungen können durch Gewöhnungseffekte von Betroffenen nicht mehr richtig eingeschätzt werden. Auch wenn gefühlt noch alles gehört wird, bedeutet das nicht automatisch, dass man auch alles versteht.

Wie funktioniert ein Hörtest?

Hörtest

Hörtest bei der Hörakustikerin. – © iStock.com/mladenbalinovac

Mittels des klassischen Hörtests wird zunächst die persönliche Hörkurve ermittelt. Dafür werden über einen Kopfhörer zunächst dem einen und dann dem anderem Ohr langsam lauter werdende Töne in verschiedenen Höhen zugespielt. Wird der Ton hörbar, signalisiert man dies dem Hörakustiker. Auf diese Weise wird der Pegel gemessen, der notwendig ist, um den jeweiligen Ton zu hören.

Diesen Pegel vergleicht der Hörakustiker mit der genormten Kurve einer Person mit gutem Hörvermögen. Mithilfe der entstanden Hörkurve, auch Audiogramm genannt, bestimmt der Hörakustiker dann den tatsächlichen Hörstatus.

Hörgeräte: Welche Technologien gibt es?

Hörgerät

Moderne Hörgeräte sind kaum sichtbar. – © Fördergemeinschaft Gutes Hören

Sollte der Hörtest ergeben, dass Hörgeräte notwendig sind, wird der Hörakustiker Sie umfassend beraten. Die Technik ist in diesem Bereich in den letzten Jahren enorm vorangeschritten, sodass eine große Bandbreite an unterschiedlichen Modellen und Zusatzfunktionen bereitsteht.

Hörtechnologien profitieren von den zahlreichen Neuentwicklungen aus den Bereichen der elektronischen Medien und der Audiotechnologie. So stehen mittlerweile Techniken wie Richtungshören oder Bluetooth-Verbindungen des Hörgeräts mit dem Smartphone und verschiedenen Apps zur Verfügung. Dadurch können Musik, Telefongespräche oder der Ton des Fernsehers direkt über das Hörgerät abgespielt werden. Auch wechselnde akustische Umgebungen können moderne Hörsysteme erkennen und sich automatisch darauf einstellen.

Moderne Hörgeräte können im oder hinter dem Ohr getragen werden und sind damit häufig so unauffällig, dass sie vom Gegenüber kaum noch wahrgenommen werden. Sie sind drahtlos miteinander verbunden und ermöglichen so in jeder Hinsicht ein perfektes Hörerlebnis, auch unter schwierigen akustischen Umständen.

Wie finde ich einen Hörakustiker in meiner Nähe?

 

Logo Fördergemeinschaft Gutes HörenDie Fördergemeinschaft Gutes Hören ist mit ihren Partnerakustikern überall in Deutschland vertreten. FGH-Partner sind zu erkennen am Ohrbogen mit dem Punkt. Auf der Website der Fördergemeinschaft finden Sie mit der Onlinesuche einen Mitgliedsakustiker in Ihrer Nähe: https://www.fgh-info.de/partnersuche

So unterstützt Sie die Fördergemeinschaft Gutes Hören

Die Fördergemeinschaft Gutes Hören ist ein Zusammenschluss von Hörakustikern in Deutschland und setzt sich als Interessensverband für eine umfassende Aufklärung zum Thema Hören und Hörakustik ein.

Die Mitgliedsbetriebe der Fördergemeinschaft Gutes Hören decken von Gehörschutz über Hörtests bis hin zur professionellen Beratung zum Thema Hörgerät ein breites Leistungsspektrum ab. Auf ihrer Webseite präsentiert die Fördergemeinschaft umfassende Informationen zu den Themen Hören, Hörminderungen, Vorsorge und Hörakustik.

Ein besonderes Angebot ist der kostenlose Online-Hörtest. Dieser kann erste Hinweise auf eine Hörminderung liefern – durch die eingespielten Störgeräusche sogar unabhängig von der durch den Nutzer am Computer eingestellten Lautstärke. Der Test ist wissenschaftlich evaluiert, dauert nur rund drei Minuten und liefert verlässliche Hinweise auf die eigene Hörleistung.

Aktualisiert: 26.10.2020 - Autor: Jasmin Rauch, Medizinredakteurin